Mauerblümchen kamen ganz groß raus

Bezaubernder Sommerabend mit dem Trio Imperial im Hofriethgärtchen

 


KARLSTADT Viola, Gitarre und Akkordeon gehen nicht zusammen? Doch! Die drei Damen des TrioImperial 

bewiesen mit meist leichter Salonmusik, dass ungewöhnliche Instrumentierung und auch ein scheinbar beliebiger Literaturmix zusammen mit einer lauschigen Sommernacht zu einem schönen Erlebnis werden können.Die drei Mauerblümchen verbanden ihre musikalischen Darbietungen mit bekannten Gedichten von Erich Kästner, Christian Morgenstern oder von ihrem "persöhnlichen Hausdichter" Andreas Pellens.

Die Damen zeigten sich mal mächtig, temperamentvoll wirbelnd wie bei Sanders "Taragona", dem bravourös interpretirten "La Bourasque" von Michael Pegouri oder dem umwerfenden "Rondo alla Turca" , dann wieder zart und schmelzend bei Franz Schuberts Menuett, bei dem sogar das Akkordeon kaum wahrnehmbare Töne hören ließ.

 

Zwischendurch Chansons

 

Dazwischen gab es Chansons von Hildegard Kneff (Für mich solls rote Rosen regnen) und das bekannte "Cabaret" von John Kander.Selbst die alten Gassenhauer mit dem Wiener Schmäh nach Johann Schrammel oder Gerhard Winkler passten eigentlich gar nicht neben die "Valse Musette" oder den Fandango von Buccherini - und  passten dann doch wieder.

Ein Grund dafür war gewiss das Arragement der Stücke, dass großartig auf die Instrumente und die Interpretinnen abgestimmt war - und überdies hohe musikalität und Kunstfertigkheit des Trio's.

Verena Wittmann überzeugte mit Vituosität und Einfühlsamkeit auf der Viola. Barbara Lechner ergänzte mit perfektem Spiel und umwerfenden Läufen oft ganze Orchesterteile.Und Doritt Bauerecker zauberte aus ihrem Akkordion selten gehörte Nuancen. Bei den zahlreichen Gesangsbeiträgen setzte Bauerecker mit ihrer Alt-Stimme interessante Akzente.

Das Trio Imperial war bei der 23. Auflage der Karlstadter Reihe Musik in Historischen Häusern und Höfen gewiss ein weiteres Sahnehäubchen und ernteten nicht nur mehrere Bravo-Rufe zwischen den einzelnen Beiträgen, sondern auch begeisternden Schlussapplaus.

 

Herrliches Ambiente

 

Gemeinsam mit dem herrlichen Ambiente des Hofriethgärtchen und dem schönen schönen Sommerabend lässt sich hier die vorgetragene Gedichtpassage von Mascha Kaleko passend zitieren: "Ich freu mich......, dass ich mich freu!".